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	<title>blog.hkw.de</title>
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	<description>Haus der Kulturen der Welt</description>
	<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 14:02:24 +0000</pubDate>
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		<title>Kommen wir zusammen?</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 07:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft von morgen]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Das habe ich am Haus der Kulturen der Welt noch nie erlebt: Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Konferenz drängen sich die Leute vor den verschlossenen Türen des Theatersaales. Nur angemeldeten Besuchern wird der Zugang gewährt, der Rest muss warten – und ich frage mich, ob da drinnen tatsächlich der Anthropologe Arjun Appadurai und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das habe ich am Haus der Kulturen der Welt noch nie erlebt: Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Konferenz drängen sich die Leute vor den verschlossenen Türen des Theatersaales. Nur angemeldeten Besuchern wird der Zugang gewährt, der Rest muss warten – und ich frage mich, ob da drinnen tatsächlich der Anthropologe <a href="http://www.appadurai.com/" target="_blank" title="Arjun Appadurai's eigene Website">Arjun Appadurai</a> und die Kulturwissenschaftlerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hito_Steyerl" title="Hito Steyerl (Wikipedia)" target="_blank">Hito Steyerl</a> sprechen oder ob nicht etwa gleich Sharukh Khan die Bühne stürmt und ich mich lediglich mit dem Datum oder dem Ort der Veranstaltung vertan habe. Denn auch das Publikum ist auffällig jung, trendig, die meisten im besten Alter zwischen 25 und 45 und, allem Anschein nach, Vertreter der akademischen Szene Berlins. Viele sind eigens für die Veranstaltung aus dem gesamten Bundesland angereist, wie zu einem großen Popfestival.</p>
<p>Es ist offensichtlich: Das Thema zieht, es ist „en vogue“ – oder wie ein Freund letztens treffend sagte, als ich mich wieder einmal darüber wunderte, dass ich doch Proust und Zola studiert habe und jetzt mein Geld mit Geschichten aus dem „Ghetto“ verdiene: Migration sells. Aber wer kauft es? Unter den gut 500 Besuchern sehe ich kaum bzw. nur wenig Leute, die sich von einer Veranstaltung zum Thema „Beyond Multiculturalism“ eigentlich angesprochen fühlen sollten, und zwar die Migranten selbst und all diejenigen, die das multikulturelle Berlin ausmachen. Wo sind sie? Und ist ihre Abwesenheit nicht ein Zeichen dafür, dass wir hierzulande weiterhin nach dem tradierten Konzept des Multikulturalismus „jede Kultur für sich“ leben?</p>
<p>Dass dieses Nebeneinander nicht länger ein tragfähiges Zukunftsmodell darstellen kann, verdeutlicht sodann der Intendant des Hauses, Bernd Scherer, in seiner Begrüßungsrede: Mulitkulti, das war gestern, vor zwanzig Jahren, als das Haus der Kulturen der Welt seinen Betrieb aufnahm. Und prompt geht ein Raunen durch den Saal. Das Publikum geht auf die Provokation ein, es möchte ihm diese These nicht so recht abkaufen. Denn, wie sonst könnte man unsere heutige Gesellschaft definieren, wenn nicht als multikulturell? Das zu beantworten ist die schwierige Aufgabe, die sich die Konferenz gestellt hat. Nicht ohne Grund steht ja hinter dem Titel &#8220;Beyond Multiculturalism?&#8221; ein großes Fragezeichen.</p>
<p>Der Fall des Eisernen Vorhangs 1989, die Öffnung der Märkte und die Globalisierung haben in der Tat neue, größere Migrationsströme in Gang gesetzt. Aber was hat sich hierdurch geändert? Sind wir wirklich zusammgekommen, jetzt, wo wir doch so nah beieinander sind, wie nie zuvor? Oder haben wir uns noch mehr in unsere ganze eigene, kuschelige Parallelgesellschaft zurückgezogen? Wie haben wir uns entwickelt und wo gibt es noch Handlungsbedarf, wenn es darum geht, nachhaltige Konzepte für das Miteinander in einer globalisierten Gesellschaft zu entwerfen? Das sind die Fragen, mit denen die Konferenz eröffnet wird und die es in den folgenden Tagen zu vertiefen gilt. Der große Andrang auf die Veranstaltung zeigt: Das Thema trifft den Nerv der Zeit, zumindest bei einer unruhigen, an neuen Gesellschaftsmodellen interessierten akademischen Schicht. Der Rest ist Arbeit.</p>
<p><img src="http://www.slab-mag.com/beyond_multiculturalism/Bernd_Scherer.jpg" height="233" width="320" /><br />
In seiner Begrüßungsrede spricht Bernd Scherer, Intendant des Hauses, von den zwei Zeiten der Multikulturalität und erklärt &#8220;Multikulti&#8221; als gesellschaftliches Konzept für passé.<br />
<a href="http://backyardradio.de/files/mp3/BerndScherer.mp3" title="Begrüßungsrede Dr. Bernd Scherer" target="_blank">Die Begrüßungsrede von Dr. Bernd Scherer</a></p>
<p><img src="http://www.slab-mag.com/beyond_multiculturalism/SusanneStemmler.jpg" height="233" width="320" /><br />
<a href="http://backyardradio.de/files/mp3/Susanne.mp3" title="Eröffnungsvortrag von Dr. Susanne Stemmler" target="_blank"><br />
</a>Susanne Stemmler, Initiatorin der Konferenz, wundert sich darüber, dass Migranten in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommen und plädiert allgemein für einen neuen Kulturbegriff.<a href="http://backyardradio.de/files/mp3/Susanne.mp3" title="Eröffnungsvortrag von Dr. Susanne Stemmler" target="_blank"><br />
Der Eröffnungsvortrag von Dr. Susanne Stemmler</a></p>
<p><img src="http://www.slab-mag.com/beyond_multiculturalism/Appadurai.jpg" height="233" width="320" /><br />
Arjun Appadurai spricht über die Risiken des Dialogs und erklärt das Phänomen des Kosmopolitismus „von unten“.<br />
<a href="http://backyardradio.de/files/mp3/Appadurai.mp3" title="Arjun Appadurais Vortrag " target="_blank">Vortrag auf Englisch</a> | <a href="http://backyardradio.de/files/mp3/Appadurai_dt.mp3" title="Arjun Appadurais Vortrag (deutsch)" target="_blank">Vortrag auf Deutsch (gedolmetscht) </a></p>
<p><img src="http://www.slab-mag.com/beyond_multiculturalism/Hito_Steyerl.jpg" height="233" width="320" /><br />
Die Kulturwissenschaftlerin und Videokünstlerin Hito Steyerl schlägt in ihrem Filmvortrag die Brücke zwischen Migration, Globalisierung und Popkultur und geht auf die Gemeinsamkeiten von traditionellen Voodoo-Kulten und modernen Kunstperformances ein.</p>
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		<title>Was kommt nach Multikulti?</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 19:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft von morgen]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[In Berlin war Multikulti vor allem eins: Der Radiosender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb), der nicht nur – einmalig in der Metropole – Musik aus allen erdenklichen Ländern spielte, sondern auch die &#8220;Kanakkultur&#8221; salonfähig machte. Vor ungefähr einem Jahr hat die Intendanz des rbb beschlossen, zum 1. Januar 2009 Radio Multikulti einzusparen. Die Aufregung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Berlin war Multikulti vor allem eins: Der Radiosender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb), der nicht nur – einmalig in der Metropole – Musik aus allen erdenklichen Ländern spielte, sondern auch die &#8220;Kanakkultur&#8221; salonfähig machte. Vor ungefähr einem Jahr hat die Intendanz des rbb beschlossen, zum 1. Januar 2009 Radio Multikulti einzusparen. Die Aufregung über diese Entscheidung war groß, wie hätte es auch anders sein können. Politiker jeglicher Couleur zeigten sich entrüstet, ein Aufschrei ging durch die Medienlandschaft: Wie, der rbb unterhält sechs Radioprogramme für den deutschen Mainstream und beschließt ausgerechnet die einzige multikulturelle Plattform im Sendegebiet zu opfern? Das geht nicht! Was ist das für eine Botschaft an die Einwanderer und an die Welt? Und so gab es wieder die übliche Unterschriftensammlerei, Proteste und Kundgebungen. In den Feuilletons sinnierte man über die Befindlichkeit der Einwanderungsgesellschaft und über ähnliche, uns allzu sehr bekannte Themen. Alle – außer der Intendanz des rbb – schienen sich einig zu sein: Radio Multikulti muss bleiben. (Gegangen ist es aber trotzdem, hat alles nichts gebracht&#8230;)</p>
<p>Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich über die Nachricht von der Schließung nicht ganz so betrübt war. Ja, insgeheim habe ich diese sogar ganz leise befürwortet. Schon seit längerem hat vieles an Radio Multikulti genervt, vorneweg sein Nischencharakter. Zwar feierte der rbb Multikulti als sein Integrationsprogramm, doch ich sah im Sender immer mehr ein Exklusionsprogramm. Hierhin wurden ganz geschickt alle Migrationsthemen, alle Migranten und auch alle Moderatoren mit einem Akzent verlagert. Praktikantenanwärter mit einem ausländisch klingenden Namen hat die Personalabteilung  grundsätzlich Radio Multikulti zugeteilt, ganz gleich, ob das im Sinne der Bewerber war oder nicht.</p>
<p>Das alles war auf der einen Seite gar nicht einmal so schlecht, denn ohne Nischenredaktionen wie Radio Multikulti es gewesen ist, wäre der Journalismus für viele Einwanderer in Deutschland nur ein weit entfernter Traum geblieben. Die Kehrseite der Medaille allerdings ist: Journalisten mit einem Migrationshintergrund werden auf Migrationsthemen beschränkt – ihre Biografie öffnet ihnen die Tore zur Nische, schließt sie  aber gleichzeitig vom großen Mainstreamjournalismus aus. Und so ist es einfacher eine Nadel im Heuhaufen zu finden als Migranten der zweiten und dritten Generation bei einer der großen Politik- und Kulturredaktionen. Das ist auch <a href="http://www.berlin.de/lb/intmig/piening.html" target="_blank" title="Online-Portal der Stadt Berlin, Günter Piening">Günter Piening</a>, dem Integrationsbeauftragten von Berlin, aufgefallen, weshalb er eine Umfrage bei den großen Medienanstalten veranlasste. Er wollte wissen, warum Migranten nicht den Beruf des Journalisten/der Journalistin ergreifen. Als erhellende Antwort bekam er von den jeweiligen Personalabteilungen zu hören, dass sich Migranten  zwar durchaus bewerben, aber man könne sie doch nicht in Ausbildung nehmen, ihr deutsch sei nicht gut genug.</p>
<p>Radio Multikulti aber hat in den letzten 15 Jahren genau das Gegenteil bewiesen. Migranten sprechen durchaus deutsch, manchmal zwar mit einem Akzent, manchmal aber auch ohne. Manchmal betören sie durch ihre Sprachgewandtheit und manchmal durch interessante Wortschöpfungen, die es so im Hochdeutschen nicht gibt. Aber wen stört das schon, solange sie gutes Programm machen? Was wäre folglich so schlimm daran, auch bei anderen Sendern Moderatoren mit einer slawischen Sprachmelodie ans Mikro zu lassen oder die funkigen Musikmixs der dritten Generation zu spielen, die gerne östliche und westliche Klänge mischt? Auf Parties kommen diese Beats super an, nicht nur bei Migranten. Auch &#8220;Bio-Deutsche&#8221; schwingen hierzu gerne mal die Hüfte, wieso also im Radio darauf verzichten?</p>
<p>&#8220;Die Rolle der Medien in der Einwanderungsgesellschaft&#8221; – das wäre eigentlich die Diskussion gewesen, die das Ende von Multikulti hätte auslösen müssen. Weil diese aber im Lamento über den Verlust des Senders völlig untergegangen ist, hat Pit Schultz vom <a href="http://hausradio.mu.klubradio.net/H" target="_blank" title="Hausradio">Hausradio</a> junge Radiomacher aus Marseille, Berlin und Halle ins Studio geladen, die trotz aller Hürden weiterhin für ein zeitgemäßes Radio in der post-multikulturellen Ära kämpfen. Das wirklich Tolle an dem Gespräch ist: Es wird hier zur Abwechslung einmal nicht geklagt, sondern ganz einfach gemacht!</p>
<p>Zur Sendung: <a href="http://hausradio.mu.klubradio.net/2009/06/06/listening-to-diversity-which-changes-does-radio-need/" target="_blank" title="Hausradio: A Different Radio is possible!">A Different Radio is Possible! </a></p>
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		<title>David Hollinger: Alte Religion</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 21:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Perspektiven der Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Der amerikanische Historiker aus Berkeley sieht im Multikulturalismus eine „alte Religion aus den 60ern und 70ern“, die aus der Bürgerrechtsbewegung hervorgegangen ist und in der Affirmative Action ihr Handlungsfeld findet. Kennzeichnend für diese „alte Religion“ ist, dass sie „Farbe“ (Rasse) und Kultur ineinssetzt. Das heißt: Ethno-rassische Kriterien sind ausschlaggebend für die Einteilung in soziale Gruppen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der amerikanische Historiker aus Berkeley sieht im Multikulturalismus eine „alte Religion aus den 60ern und 70ern“, die aus der Bürgerrechtsbewegung hervorgegangen ist und in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Affirmative_Action" title="Wikipedia-Eintrag zu Affirmative Action" target="_blank">Affirmative Action</a> ihr Handlungsfeld findet. Kennzeichnend für diese „alte Religion“ ist, dass sie „Farbe“ (Rasse) und Kultur ineinssetzt. Das heißt: Ethno-rassische Kriterien sind ausschlaggebend für die Einteilung in soziale Gruppen, eben weil Rassismus und Diskriminierung sich entlang dieser „colorlines“ entfalten. Das Credo lautet: Alle Minderheiten, ganz gleich ob aus Asien, Lateinamerika oder Afrika stammend, bilden zusammen mit der schwarzen Bevölkerung eine Gruppe, die der dominierenden weißen Bevölkerung diametral gegenübersteht.</p>
<p>Für <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="David Hollinger" target="_blank">David Hollinger</a> jedoch ist diese Einteilung in „colorlines“, die typisch für den Multikulturalismus amerikanischer Prägunung ist, überkommen und irreführend. Er vertritt die Ansicht, dass Schwarz nicht gleich Schwarz ist und verdeutlicht dies am Beispiel des US-Präsidenten Barack Obama. Diesen zählt man vor allem wegen seiner Hautfarbe zur schwarzen Bevölkerungsgruppe, was einerseits richtig ist, andererseits aber wichtige Faktoren ausblendet. Zum einen hat Obama eine weiße Mutter, zum anderen stammt sein Vater aus Kenia und kam als Student in die Staaten. Es gibt folglich einen großen Unterschied in der persönlichen Historie zwischen jemandem wie Obama es ist und den Nachkommen der ursprünglichen Schwarzen Bevölkerung der USA, deren Vorfahren als Sklaven in das Land kamen. Selbst Letztere als eine homogene Gruppe auszulegen, findet Hollinger nicht sinnvoll, da auch hier das Identitätsspektrum sehr breit angelegt ist: Manche von ihnen haben studiert, wie etwa Michelle Obama, und zählen zur akademischen Oberschicht des Landes, während andere immer noch im Ghetto gefangen sind und die breite Unterschicht ausmachen.</p>
<p>Das zeigt: Die Reduzierung der Identität auf ethno-rassische Faktoren ist nicht länger hinreichend, um rassistische Strukturen aufzudecken und entsprechend Handlungsfelder zu definieren. Denn wenn eine Universität ihre Quote für Schwarze Studenten mit Einwanderern aus Aufrika abdeckt, so verzerrt dies das Bild der gesellschaftlichen Realität in den USA. Deshalb erachtet es Hollinger für notwendig, bei der Ausarbeitung von Handlungsfeldern ebenso Faktoren wie etwa den Bildungshintergrund, die wirtschaftliche Situation, etc. zu berücksichtigen. Wie schwierig es jedoch ist, diese neue Perspektive in den Rassismus- und Multikulturalismus-Diskurs einzubringen, verdeutlicht die Bezeichnung „alte Religion“: Der Multikulturalismus, der sein Handlungsfeld entlang der „colorlines“ definiert, ist aus der Bürgerrechtsbewegung hervorgegangen, die in den USA als heilig gilt und an deren Festungen nicht gerüttelt werden darf.</p>
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		<title>Steven Vertovec: Der Mythos vom Multikulturalismus</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 21:12:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Perspektiven der Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Soziologe Steven Vertovec stellt die Behauptung auf, dass es niemals eine Doktrin oder eine Idee namens Multikulturalismus gegeben hätte. Beim Multikulturalimsus handelt es sich lediglich um einen Sammelbegriff für ganz unterschiedliche Praktiken und Handlungsfelder, mit denen der Versuch unternommen wurde, den Bedürfnissen einer multiethnischen Gesellschaft gerecht zu werden. So wurde der Begriff „multikulturell“ vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Soziologe <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Steven Vertovec" target="_blank">Steven Vertovec</a> stellt die Behauptung auf, dass es niemals eine Doktrin oder eine Idee namens Multikulturalismus gegeben hätte. Beim Multikulturalimsus handelt es sich lediglich um einen Sammelbegriff für ganz unterschiedliche Praktiken und Handlungsfelder, mit denen der Versuch unternommen wurde, den Bedürfnissen einer multiethnischen Gesellschaft gerecht zu werden. So wurde der Begriff „multikulturell“ vor allem in den 1990er Jahren inflationär verwendet, um Konzepte für den Umgang mit kultureller Vielfalt zu beschreiben, die in ihrem Kern sehr unterschiedlich ausgerichtet und manchmal sogar widersprüchlich waren.</p>
<p>In der Politik und in den Medien herrscht dennoch das Bild vom Multikulturalismus als ein einheitliches politisches Konzept, das auf den Unterschied zwischen den Kulturen baut und nach den Prinzipien der Duldung und Akzeptanz verfährt. Die hieraus resultierenden Praktiken sollen zur gesellschaftlichen Spaltung geführt haben und werden für die Probleme und Herausforderungen unserer Zeit verantwortlich gemacht. Die logische Schlussfolgerung ist also: Multikulturalismus ist schlecht, er muss weg. Das findet Vertovec äußerst widersinnig, da, wie gesagt, der Multikulturalismus niemals einen politischen Diskurs mit konkreten Zielvorgaben gebildet hat.</p>
<p>Heute zieht man es vor, von „Diversity“ –  zu deutsch Vielfalt – zu sprechen. Anders als der sogenannte Multikulturalismus berücksichtigt „Diversity“ nicht nur die Ethnie, sondern auch Faktoren wie gender, sexuelle Ausrichtung, Behinderung etc., zumindest in der Theorie. In der Praxis jedoch herrscht Verwirrung: Oftmals werden dieselben politischen Konzepte, wie man sie dem Multikulturalismus zugeschrieben hat, jetzt unter dem neuen Label „Diversity“ weitergeführt. Wissenschaftler, Politiker und Journalisten benutzen Wörter wie &#8220;Multikulturalismus&#8221;, &#8220;Diversity&#8221; oder auch &#8220;Integration&#8221; nach Belieben oder je nach Trend, ohne aber ihre eigentliche Bedeutung zu hinterfragen. Zurzeit verhält es sich so, dass man auf der sicheren Spur fährt, wenn man das Wort &#8220;Diversity&#8221; benutzt und &#8220;Multikulturalimsmus&#8221; meidet. Doch warnt Vertovec: Es kommt nicht auf die Bezeichnung an, sondern auf den Inhalt. Er selbst plädiert für das Konzept der „Super-Diversity“, unter der Voraussetzung, dass jeder, der damit arbeitet auch um die vielschichtigen Dimensionen des Begriffes weiß. Welche das sind, das erklärt Steven Vertovec in einem Interview <a href="http://www.blog.hkw.de/?p=275" title="Interview mit Steven Vertovec" target="_blank">hier</a> auf diesem Blog.</p>
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		<title>Nevim Çil: Multikulti - die Ethnisierung schlechthin!</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 21:08:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Perspektiven der Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Migrationsforscherin Nevim Çil konzentriert sich in ihren Ausführungen lediglich auf den Multikulturalismus in Deutschland. Das ist auch gut so, denn der Kontext, in welchem sich die Multikulturalismus-Debatte hierzulande entfaltet hat, unterscheidet sich maßgeblich von demjenigen der klassischen Einwanderungsländer wie es die USA, Kanada oder Australien sind.
Nevim Çil stellt fest, dass der Multikulturalismus, wie er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Migrationsforscherin <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Nevim Çil" target="_blank">Nevim Çil</a> konzentriert sich in ihren Ausführungen lediglich auf den Multikulturalismus in Deutschland. Das ist auch gut so, denn der Kontext, in welchem sich die Multikulturalismus-Debatte hierzulande entfaltet hat, unterscheidet sich maßgeblich von demjenigen der klassischen Einwanderungsländer wie es die USA, Kanada oder Australien sind.</p>
<p>Nevim Çil stellt fest, dass der Multikulturalismus, wie er in Deutschland verstanden und praktiziert wurde, die Ethnisierung von Menschen mit einem Migrationshintergrund überhaupt erst möglich gemacht hat. Denn ein wesentliches Merkmal des als Multikulturalismus bekannt gewordenen Verfahrens ist es gewesen, die Ethnie in den Vordergrund zu heben, getreu dem Prinzip: viele Kulturen nebeneinander. Doch hat eben dieser Ansatz zur fatalen Trennung geführt zwischen Kulturen, die „deutsch“ und solche die „nicht-deutsch“ sind. Durch die ständige Betonung des ethnisch-kulturellen Hintergrunds wurde Migranten jegliche Möglichkeit genommen, sich als deutsch zu definieren, selbst wenn sie es so wünschten. Ihnen blieb folglich nur die Reaktion aus der Ethnie heraus und das Selbstverständnis fremd zu sein.</p>
<p>Çil warnt auch vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit dem zurzeit angesagten „Diversity“-Ansatz. Dieser mag zwar das Bewusstsein dafür schärfen, dass nicht alle Migranten die gleiche Migrationsgeschichte teilen und es folglich wichtig ist, zwischen ihnen genauer zu unterscheiden. Ebenso hinterfragt „Diversity“ die Rolle der Ethnie als einzig und alleinige Identätskomponente und berücksichtigt auch Faktoren wie gender, Bildungshintergrund etc. Solange aber der „Diversity“-Ansatz im Sinne eines Mehrheits-Wir operiert, das nicht bereit ist, sich zu transformieren und Minderheitenkulturen als selbstverständlichen  Teil seiner Identität zu betrachten, werden Migranten weiterhin Migranten bleiben  – diesmal zwar nicht in der multikulturellen, dafür aber in der diversen Gesellschaft.</p>
<p>Was soviel heißt, wie: Neues Label, gleicher Inhalt! (Siehe auch Blogeintrag: Herkunft als Schicksal)</p>
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		<title>Jorge Garcia: Ethnicity matters!</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=280</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 21:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Perspektiven der Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Die Gesellschaft von morgen]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

		<category><![CDATA[Transatlantische Dissonanzen zur Rolle der Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Philosoph Jorge Garcia betrachtet ethnische Herkunft als eines der wichtigsten Identitätskriterien überhaupt. Seiner Ansicht nach, ist Kultur für Gesellschaften, in denen viele unterschiedliche soziale Identitäten vorherrschen, nicht das ausschlaggebende Kriterium. Was den bedeutenden Unterschied ausmacht, sind immer noch Kategorien wie „Rasse“ und Ethnizität. Vor allem Letztere ist ein derart wichtiger und natürlicher Bestandteil der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Philosoph <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" target="_blank" title="Jorge Garcia">Jorge Garcia</a> betrachtet ethnische Herkunft als eines der wichtigsten Identitätskriterien überhaupt. Seiner Ansicht nach, ist Kultur für Gesellschaften, in denen viele unterschiedliche soziale Identitäten vorherrschen, nicht das ausschlaggebende Kriterium. Was den bedeutenden Unterschied ausmacht, sind immer noch Kategorien wie „Rasse“ und Ethnizität. Vor allem Letztere ist ein derart wichtiger und natürlicher Bestandteil der menschlichen Identität, dass sie nicht eliminiert werden kann. Ethnizität stellt die Zugehörigkeit zu einer großen Familie dar und ist die Nabelschnur zwischen uns und unseren Vorfahren, deren Geschichte wir unabweislich in uns tragen.</p>
<p>Da wir uns unmöglich von der ethnischen Identität lossagen können, plädiert Garcia für die Abschaffung der ethnischen Nation und der Einführung einer multiethnischen Nation, also einer Nation, die sich über mehr als nur eine Ethnie definiert. Auch weist Garcia darauf hin, dass es den reinen ethnischen Nationalstaat niemals gegeben hat. Nationalstaaten haben schon immer mehrere Volksgruppe und Ethnien beherbergt. Wir haben uns lediglich an die Idee eines historischen Konstrukts gewöhnt und glauben immer noch, es handele sich bei Ethnizität und Nationalität um ein und dieselbe Sache.</p>
<p>Doch wie entkoppelt man Ethnizität und Nationalität? Garcia schlägt vor, Nationalität als ein rein politisches Gebilde zu definieren, das losgelöst ist von der Definition über eine bestimmten Sprache oder einem gegebenem Wertesystem. So würde die Nation das administrative und politische Organ einer Gesellschaft darstellen, das jenseits der Interessen einer führenden ethnischen Gruppe agiert. Ethnizität hingegen möchte Garcia als ein flexibles und wandelfähiges Identitätsfeld verstanden wissen, das Änderungen verkraftet und diese auch ermöglicht. Ethnizität ist elastisch und kann neue Werte aufnehmen ohne dabei den Bezug zur eigenen historischen Vergangenheit zu verlieren.</p>
<p>Das Ziel einer solchen Entkoppelung wäre nicht die multikulturelle, sondern die konviviale Gesellschaft. Also  kein hierarchisch gegliedertes Nebeneinander der Kulturen, sondern ein gleichberechtigtes Miteinander in einer ethnisch neutralen Gesellschaft. In einer solchen Gesellschaft wäre der ewige Wettstreit um die Vormachtstellung einer bestimmten Ethnie überflüssig, weshalb man sich der eigentlichen Herausforderung widmen könnte: der Definition neuer politischer Ideen und Konzepte für das 21. Jahrhundert!</p>
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		<title>In Europa ist multikulti keine Herzensangelegenheit</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=276</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 20:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Perspektiven der Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Die Gesellschaft von morgen]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit diesem einen Satz ließen sich Yasemin Soysals Thesen zur Multikulti-Problematik in Europa kurz und knapp zusammenfassen. Die Soziologin geht selbstverständlich etwas gründlicher vor. In ihrem Konferenzbeitrag deckt sie zunächst einen großen Widerspruch im europäischen Umgang mit Einwanderung auf und zeigt sodann am Beispiel der USA den Unterschied zwischen dem – wie ich es nennen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem einen Satz ließen sich <a href="http://www.essex.ac.uk/sociology/about/people/staff/soysal.aspx" title="University of Essex, Yasemin Soysal" target="_blank">Yasemin Soysals</a> Thesen zur Multikulti-Problematik in Europa kurz und knapp zusammenfassen. Die Soziologin geht selbstverständlich etwas gründlicher vor. In ihrem Konferenzbeitrag deckt sie zunächst einen großen Widerspruch im europäischen Umgang mit Einwanderung auf und zeigt sodann am Beispiel der USA den Unterschied zwischen dem – wie ich es nennen möchte – Multikulturalismus als „Kopfprojekt“ und als „Herzensangelegenheit&#8221;.</p>
<p><img src="http://www.slab-mag.com/beyond_multiculturalism/YaseminSoysal.jpg" height="233" width="320" /></p>
<p><strong>Das große Paradox</strong></p>
<p>Yasemin Soysal hat stapelweise Bücher für den Schulunterricht und Lehrpläne der staatlichen Ministerien studiert. Sie wollte wissen, wie das europäische Erziehungswesen mit Vielfalt umgeht. Das Ergebnis ist erstaunlich: Quer durch Europa wird in den Schulen eine offene, vielfältige  und kosmopolite Gesellschaft gepredigt. Die Message ist: Wir waren schon immer multikulturell und werden es auch immer sein. Dabei rückt auch die nationale Identität in den Hintergrund zugunsten eines toleranten Kosmopolitismus. Sogar auf den Einfluss des Islam in Europa wird intensiv eingegangen. Der Widerspruch ist offensichtlich: Im Alltag streiten wir über die christliche Identität der EU, führen Debatten zur „Leitkultur“ und können – anders als in den Büchern bildlich dargestellt – Migranten in der Politik und in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen an einer Hand abzählen.</p>
<p><strong>Das Kopfprojekt</strong></p>
<p>Wie lässt sich diese Diskrepanz erklären? Yasemin Soysal sucht die Gründe für diesen Widerspruch in der neueren Geschichte Europas. Denn, wenn sich Europa in der Nachkriegszeit kulturell geöffnet hat und durch die Gründung der Europäischen Union der Versuch unternommen wurde, Grenzen aufzuweichen, so geschah dies in erster Linie über institutionelle Reformen. Das heißt: Änderungen im Staatsbürgerschaftsrecht oder in der Definition des Nationalstaates wurden nicht aufgrund einer durch Migration veränderten Realität in die Wege geleitet. Vielmehr handelte man im Geist der Nachkriegszeit (wobei natürlich auch der Zweite Weltkrieg und die Erfahrung mit dem Holocaust eine wesentliche Rolle spielten) und setzte sich im Sinne einer transnationalen Normativität und eines universalistischen Projektes für die Erweiterung der Menschenrechte und die Gleichstellung aller Bürger ein. Das alles passierte aber nicht aus dem inneren der Gesellschaft heraus, sondern wurde von außen aufoktroyiert.<br />
<strong><br />
Die Herzensangelegenheit</strong></p>
<p>Anders in den USA. Hier rühren alle gesellschaftlichen Reformen aus einer tiefen, inneren Auseinandersetzung mit der multikulturellen Gesellschaft. Und weil Yasemin Soysal das so schön erklärt hat, zitiere ich sie hier wortwörlich:</p>
<p><em>Institutionalisation of multiculturalism in the US has been part of the broader struggles and conflicts, including civil rights and women’s movements, which attended and succeeded to large extent to recognize the multi-racial, multi-ethnic origins of the nation, give actorhood to minorities and do away with discriminations based on race, ethnic origins, gender and sexual orientation. So multiculturalism in the US developed partly as an effort or struggle to offset the dominant „eurocentric“, universalistic perspectives, and partly as a response to deep inequalities in American society. [&#8230;] It developed as a means to redistribute justice. </em></p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Kommen wir zurück zum europäischen Paradox. Man könnte nun behaupten, wir seien auf dem besten Weg, uns in eine offene und tolerante Gesellschaft zu wandeln. In den Schulen Europas wird der neue Kosmopolitismus gelehrt, das ist doch allemal ein Anfang. Aber Achtung: Wie Yasemin Soysal anmerkt, handelt es sich um ein „Einzelprojekt“, das keineswegs Bestandteil einer größeren Multikulturalismus-Agenda ist. Europa verfolgt zwar einerseits das Ideal der kosmopoliten Gesellschaft, weigert sich aber den entscheidenden Schritt zu gehen und sich den Spannungen zu stellen, welche diese Öffnung mit sich bringt. Dies würde in erster Linie bedeuten, den strukturellen Rassismus anzugehen und sich infolge von einer sozialen Ordnung zu verabschieden, die auf die Herrschaft einer bestimmten Ethnie ausgerichtet ist.</p>
<p>Mit anderen Worten: Es geht darum, eine Migrationspolitik zu gestalten, die wahre Herzensangelegenheit ist und den Multikulturalismus als Chance für tiefgreifende Veränderungen begreift (im Sinne von „redistribution of justice“). Weitere Kopfprojekte zusammenzuspinnen, die etwa auf die bessere Integration der Einwanderer in die vorhandenen Strukturen abzielen, werden fehlschlagen. Denn es ist wie in der Liebe auch: will man zusammen glücklich werden, müssen beide etwas dafür tun.</p>
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		<title>Die Unsichtbaren</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 21:49:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Auf dem Weg zu einer transnationalen Kultur?]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[In den 1950er Jahren sorgte in den Vereinigten Staaten ein Buch für besonders viel Furore. Es war der Feder eines afro-amerikanischen Autors entsprungen und trug den mysteriös anmutenden Titel The Invisible Man. Der Roman von Ralph Ellison ist allerdings keine phantastische Gespenstergeschichte, sondern erzählt das Leben eines Schwarzen Amerikaners, der für seine (weißen) Mitmenschen unsichtbar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den 1950er Jahren sorgte in den Vereinigten Staaten ein Buch für besonders viel Furore. Es war der Feder eines afro-amerikanischen Autors entsprungen und trug den mysteriös anmutenden Titel <em>The Invisible Man</em>. Der Roman von Ralph Ellison ist allerdings keine phantastische Gespenstergeschichte, sondern erzählt das Leben eines Schwarzen Amerikaners, der für seine (weißen) Mitmenschen unsichtbar bleibt: „When they approach me they see only my surroundings, themselves, or figments of their imagination – indeed, everything and anything except me.“</p>
<p>Dieser Roman, den ich vor einigen Ewigkeiten gelesen habe, kam mir plötzlich wieder in den Sinn, als <a href="http://www.textundthema.de/" title="Mely Kiyaks Website" target="_blank">Mely Kiyak</a> ihre Ansichten über die deutsche Kulturlandschaft zum Besten gab. Die Journalistin hat die Feuilletons sämtlicher Zeitungen wie auch die renommierten Bühnen der Hauptstadt unter die Lupe genommen, um die Rolle von Einwanderern in den Zentren deutscher Kultur <em>par excellence</em> zu ermitteln. Ihr Ergebnis lautet: Die Migranten existieren nicht. Man sieht uns nicht. Wir kommen nirgends vor. Weder in der Literatur, noch in den Künsten und schon gar nicht auf der Bühne. Einzige Ausnahme bilden Filme und Romane, deren Autoren selbst eine Migrantionsbiografie haben. Bei den „Bio-Deutschen“ hingegen, keine Spur von uns.</p>
<p>Kiyak vermisst etwa im Bühnenbild einer modernen Schiller-Inszenierung einen türkischen Gemüseladen, der ja im realen Deutschland an fast jeder Ecke zu finden ist. Oder auch türkisch-deutsche Charaktere im zeitgenössischen Roman. Sie kann sich mit den Geschichten, von denen die junge deutsche Literatur handelt, durchaus identifizieren, auch sie hat Nächte in Clubs durchtanzt, ist am Wochenende an den See gefahren und wohnt sogar in Prenzlauer Berg, „dem“ Romanschauplatz schlechthin. Nichtsdestotrotz: Jemandem wie sie es ist, wird in der deutschen Literatur nicht einmal eine kleinen Nebenrolle eingeräumt. Regisseure, Schriftsteller und Künstler bewegen sich allem Anschein nach, in ganz sonderbaren Sphären, in denen es ungeachtet der fünfzigjährigen Einwanderungsgeschichte dieses Landes immer noch keine Einwanderer gibt.</p>
<p>Weshalb wir uns hier die Frage stellen müssen: Sind wir Migranten denn wie Ellisons Held auch unischtbar? Oder traut man sich nicht, uns zu sehen, weil man nicht so recht weiß, welchen Blick man auf uns richten soll?</p>
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		<title>Die Nische</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 21:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Auf dem Weg zu einer transnationalen Kultur?]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

		<category><![CDATA[Transatlantische Dissonanzen zur Rolle der Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Ende des Romans „The Invisible Man“ zieht sich Ralph Ellisons Held verzweifelt darüber, dass man ihn trotz seiner Bemühungen nicht zu sehen vermag, von der Gesellschaft zurück. Eingesperrt in seiner Kellerwohnung beginnt er nun, seine Geschichte zu erzählen, welche der Roman selbst ist. Durch das Erzählen jedoch gewinnt der namenlose Held an Kontour und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Ende des Romans „The Invisible Man“ zieht sich Ralph Ellisons Held verzweifelt darüber, dass man ihn trotz seiner Bemühungen nicht zu sehen vermag, von der Gesellschaft zurück. Eingesperrt in seiner Kellerwohnung beginnt er nun, seine Geschichte zu erzählen, welche der Roman selbst ist. Durch das Erzählen jedoch gewinnt der namenlose Held an Kontour und wird schließlich sichtbar. Diese Parabel zeigt nicht zuletzt, wie wichtig das Erzählen der eigenen Geschichte ist, um eine Identität zu finden. Vor allem dann, wenn es keine Vorbilder gibt, an denen man sich orientieren kann.</p>
<p>Auch die Migranten in Deutschland haben irgendwann angefangen, ihre Geschichten zu erzählen: im Radio, im Theater, im Museum. Aber wie Ellisons Held erzählten und erzählen sie immer noch aus einer &#8220;Kellerwohnung&#8221; heraus oder, um die geläufigere Bezeichnung zu gebrauchen, aus der Nische. Eine solche Nische etwa war der Berliner Sender <a href="http://www.multikulti.de/" title="Radio Multikulti" target="_blank"><em>radiomultikulti</em></a>. Hierhin hat der <em>rbb </em>alle Themen verlagert, die mit Einwanderung, dem sogenannten interkulturellen Dialog oder der „migrantischen“ Kulturszene zu tun hatten. Das war vielleicht gar nicht so schlecht, da die Migranten über eine Plattform bei einem öffentlich-rechtlichen Sender verfügten, führte aber leider dazu, dass andere Redaktionen sich für die kulturelllen und politischen Belange von Einwanderern nicht zuständig fühlten. Eine andere Nische dieser Art ist auch das <a href="http://www.ballhausnaunynstrasse.de/" title="Ballhaus Naunynstraße, Berlin">Ballhaus Naunynstraße</a>, eine Theater- und Kulturstätte in Berlin, wo die zweite und dritte Generation ihre Stücke inszeniert. Das zeigt: Migranten sind durchaus aktiv, sie produzieren und konsumieren Kultur, nur kriegt das leider kaum jemand mit. Die großen Kulturredaktionen, wie etwa beim Deutschlandradio, fühlen sich nicht unbedingt zuständig darüber zu berichten und die deutschsprachigen Produktionen der Nischentheater gastieren zwar in Istanbul, aber werden wohl niemals an den großen deutschen  Häusern zu sehen sein. Es gibt eben die deutsche Hoch- und die „migrantische“ Nischenkultur.</p>
<p>Wenn ich mit Bekannten über diese Zweiteilung spreche, höre ich oft das Argument: Ja, aber das, was die „migrantischen“ Künstler produzieren, kann man nicht wirklich als deutsche Kultur bezeichnen. Es ist eben etwas anderes. Und ich frage mich immer wieder, was es denn sonst sein kann, wenn nicht deutsch? Etwa türkische oder griechische Kultur? Hhmm. Ich weiß nicht so recht; aus der Türkei und aus Griechenland kenne ich solche Geschichten nicht, die vom Leben im Asylbewerberwohnheim, den Stunden am Fließband oder einer Jugend in Neukölln erzählen. Diese Geschichten sind für mich deutsch. Sie erzählen ein Stück deutsche Wirklichkeit, die es so wonaders nicht gibt.</p>
<p>Womit wir bei der Frage aller Fragen wären: Was ist deutsche Kultur im 21. Jahrhundert? Immer noch Schiller und Goethe? Oder schon Zaimoglou und Kermani? Vielleicht aber auch beides?</p>
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		<title>Wem gehört das Deutsche Theater?</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=277</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 21:36:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Auf dem Weg zu einer transnationalen Kultur?]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist die zweite Frage, mit der Mely Kiyak das Publikum konfrontiert und die so oder so ähnlich auch in anderen Panels angerissen wurde. Der Sachverhalt ist folgender: Man stellt immer wieder fest, huuh, Migranten gehen nicht ins Theater, nicht ins Museum und überhaupt interessieren sie sich zu wenig für Kultur. Also muss man Abhilfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist die zweite Frage, mit der <a href="http://www.textundthema.de/" title="Mely Kiyaks Website" target="_blank">Mely Kiyak</a> das Publikum konfrontiert und die so oder so ähnlich auch in anderen Panels angerissen wurde. Der Sachverhalt ist folgender: Man stellt immer wieder fest, huuh, Migranten gehen nicht ins Theater, nicht ins Museum und überhaupt interessieren sie sich zu wenig für Kultur. Also muss man Abhilfe schaffen, denn Kultur fördert Integration. Das macht man am besten, indem man Initiativen startet, die Schulen aus Neukölln und Kreuzberg oder auch Migrantenvereine an die Stätten deutscher Kultur locken sollen. Und dann wundert man sich über das Scheitern der kostspieligen Programme&#8230;</p>
<p>Wo liegt das Problem? Ganz einfach: Man hat vergessen, zu fragen, warum Migranten – und viele andere Leute auch – Kulturstätten meiden. Meli Kiyak etwa sagt über sich selbst: Sie fühlt sich von dem Programm der staatlichen Kulturinstitutionen einfach nicht angesprochen. Es interessiert sie nicht. Sie findet dort nichts, was einen Bezug zu ihrem Leben hätte. Wenn das nun eine studierte Frau wie Kiyak behauptet, die sich immerhin in der deutschen Kulturlandschaft zu bewegen weiß, wie sollen sich dann die Migranten und die vielen nicht klassisch gebildeten Menschen dieser Gesellschaft von ebendiesem Kulturangebot angesprochen fühlen?</p>
<p>Das Deutsche Theater, sagt Kiyak und meint damit stellvertretend alle staatlich subventionierte Kulturinstitutionen und folglich „die“ Repräsentationsorte deutscher Kultur,  gehört denjenigen, die in der hiesigen Gesellschaft den Ton angeben: den Bildungsbürgern. Sie sitzen an den wichtigen Stellen, verwalten Gelder und treffen Entscheidungen darüber, welche Schauspieler und Regisseure an welche Häuser kommen. Seit kurzem hat auch Mely Kiyak die Ehre in solch einem Gremium zu sitzen und über die Förderung von Nachwuchsschriftstellern mitzuentscheiden. Unter den eingereichten Arbeiten, die sie letztens mit ihren Kollegen begutachtete, war auch das Manuskript eines aus dem Irak stammenden Autors. Die deutschen Gutachter legten das Schriftstück beiseite, sie fanden die Sprache zu blumig. Mely Kiyak hingegen fühlte sich in dieser Sprache zuhause, die Geschichte berührte sie, der Autor hatte ihre Zustimmung.</p>
<p>Das zeigt: Soll Diversität mehr als nur eine leere Hülse sein, die über den gescheiterten Multikulturalismus hinwegtröstet, dann muss man Mut beweisen und die Öffnung der Kulturinstitutionen wagen. Eine Möglichkeit bestünde etwa darin, entscheidende Stellen mit Leuten zu besetzen, die in erster Linie durch einen „anderen“ Blick als den uns bisher gewohnten bestechen. Das wäre nicht nur ein zeitgemäßes Vorgehen. Es wäre auch die Chance, eine deutsche Kultur zu definieren, die weitaus mehr zu bieten hat als den bekannten Kanon einer akademischen Elite.</p>
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		<title>„Ethnie ist nur eine unter vielen möglichen Variablen“ – Steven Vertovec erklärt das Konzept der „Super-Diversity“</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 12:14:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Perspektiven der Wissenschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Die Gesellschaft von morgen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Herr Vertovec, Sie haben den Begriff  „Super-Diversity“ geprägt, um die multiethnische Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu beschreiben. Was spricht gegen die geläufige Bezeichnung „multikulturell“?
Das Konzept der „Super-Diversity“ richtet sich in erster Linie an Akteure der Migrationspolitik. Es soll sie dafür sensibilisieren, dass wir eine große Bandbreite von sozialen Variablen berücksichtigen müssen, wenn wir über Einwanderung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.slab-mag.com/beyond_multiculturalism/Vertovec-klein.jpg" class="alignleft" height="178" width="140" /></p>
<p><em>Herr Vertovec, Sie haben den Begriff  „Super-Diversity“ geprägt, um die multiethnische Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu beschreiben. Was spricht gegen die geläufige Bezeichnung „multikulturell“?</em></p>
<p>Das Konzept der „Super-Diversity“ richtet sich in erster Linie an Akteure der Migrationspolitik. Es soll sie dafür sensibilisieren, dass wir eine große Bandbreite von sozialen Variablen berücksichtigen müssen, wenn wir über Einwanderung in der heutigen Gesellschaft sprechen. „Super“ ist in diesem Zusammenhang keineswegs als „mächtig“ oder „gewaltig“ zu verstehen. Vielmehr gebrauche ich „super“ in der Bedeutung von „über etwas hinausgehen“. Damit möchte ich eine Gesellschaft beschreiben, die durch so viele verschiedene Parameter geprägt ist, wie wir uns das bislang nicht vorzustellen vermögen. Das Wort „multikulturell“ kann diese Komplexität nicht mehr erfassen, denn es  bezieht sich auf eine Gesellschaft, wie sie vor etwa dreißig oder vierzig Jahren aus den Migrationsprozessen der Nachkriegszeit  hervorgegangen war. Aber seit den 1990er Jahren haben wir es mit einer anderen, viel komplexeren Form von Migration zu tun, für die wir neue Konzepte benötigen.</p>
<p><em>Inwiefern ist die neue Migrationsbewegung komplexer als diejenige der Nachkriegszeit?</em></p>
<p>Die Migration der Nachkriegszeit zeichnet sich vor allem durch Homogenität aus, etwa hinsichtlich der Herkunft von Einwanderern, ihres sozialen oder rechtlichen Status oder der in den Migrationsprozess involvierten Ländern. Migration fand immer von einem ganz bestimmten Land in ein ganz bestimmtes Land statt und in großen Zahlen: Fast alle Migranten aus der Türkei kamen nach Deutschland, die Algerier hingegen gingen nach Frankreich, die Pakistaner nach Großbritannien. Auch handelte es sich um eine ganz spezifische Gruppe: Junge Männer, die mit Verträgen als Arbeiter kamen und später ihre Familien nachholten. Im Unterschied hierzu findet Migration heute in kleineren Gruppen statt. Die Einwanderer kommen aus den unterschiedlichsten Ländern und verteilen sich quer durch Europa. In vielen Städten, ganz gleich ob in Birmingham oder in Frankfurt, leben etwa hundert Leute aus Ghana, ein paar hunderte aus Bolivien und vielleicht tausend Menschen aus Malaysien. Folglich ist das Spektrum an Herkunftsländern, aber auch an Migrationskanälen breiter geworden: Manche Einwanderer kommen als Flüchtlinge, andere als Studenten, ganz andere wiederum über einen klassischen Arbeitsvertrag – mit oder auch ohne Familie. Es gibt nicht mehr diese Homogenität wie in der Nachkriegszeit.</p>
<p><em>Wie gehen die Aufnahmeländer mit dieser neuen Form der Migration um?</em></p>
<p>Vorrangig, indem sie immer mehr Aufenthaltstitel einführen. In Großbritannien etwa gibt es mittlerweile achtzig verschiedene Formen des Aufenthaltsstatus. Jeder einzelne gewährt andere Rechte und regelt auf unterschiedliche Art und Weise den Zugang zum Arbeitsmarkt. Das bleibt nicht ohne Folgen. Denn die sogenannte Integration der Einwanderer oder ihre Eingliederung in das politische und rechtsstaatliche System werden weitgehend von ihrem Aufenthaltsstatus bestimmt. Auch bekommen nicht alle Einwanderer, die aus demselben Land kommen, den gleichen Aufenthaltstitel ausgestellt. Das heißt: Mitglieder einer Ethnie und oftmals sogar einer Familie verfügen in der neuen Gesellschaft nicht über die gleichen Rechte.</p>
<p><em>Die Ethnie kann also nicht mehr als ein absolutes Kriterium für die Kategorisierung von Einwanderern betrachtet werden. </em></p>
<p>Selbstverständlich wäre es ausgesprochen töricht, die Kategorie der Ethnie ganz außen vor zu lassen. Sowohl die ethnische Identität als auch bestimmte kulturelle Traditionen und die Verbindung zum Herkunftsland bleiben weiterhin ausschlaggebende Faktoren für die Identität. Aber ich hoffe, dass Konzepte wie „Super-Diversity“ verdeutlichen, dass Ethnizität nur eine unter vielen möglichen Variablen ist, deren Dimension individuell bestimmt werden kann. Worum es eigentlich geht, ist anzuerkennen, dass Mitglieder aus ein- und derselben ethnischen Gruppe, neue gesellschaftliche Gruppierungen formen oder sich den bereits vorhandenen anschließen können. In der Wissenschaft sprechen wir von Milieus, die sich je nach Wertvorstellungen, Traditionsbewusstsein, Kosmopolitismus oder Konsumverhalten unterschiedlich zusammensetzen. Diese sogenannten Milieus unterminieren oftmals die Kategorie der Ethnie und sind für die Identität weitaus wichtiger als die eigentliche Herkunft.</p>
<p><em>Sie haben zu Beginn gesagt, dass „Super-Diversity“ als Arbeitskonzept für Politiker gedacht ist. Wie kann „Super-Diversity“ die Gestaltung von Einwanderungspolitik beeinflussen?<br />
</em><br />
Ich stelle immer wieder fest, dass die Handlungsfelder der Migrationspolitik auf eine Gesellschaft abzielen, wie sie der Multikulturalismus definiert hat. Sprich: Es werden weiterhin Programme rund um das Herkunftsland und die Ethnie erarbeitet. Hier setzen Konzepte wie dasjenige der „Super-Diversity“ an, die den Fokus auf andere Variablen richten, nicht zuletzt auf den Aufenthaltsstatus, der in der Integrationspolitik unbedingt berücksichtigt werden muss. Auch finde ich, wird durch „Super-Diversity“ die Bedeutung von Vernetzungspraktiken deutlich: Menschen verbindet viel mehr als nur die Herkunft. Es ist folglich notwendig, durch Nachbarschaftsprojekte etc. eine Politik in die Wege zu leiten, die Bürger unterschiedlichster Herkunft miteinader in Kontakt treten lässt. Das fördert weitaus mehr die Integration als irgendwelche Studien, die Aufschluss darüber gewähren sollen, wie gut oder schlecht eine bestimmte Ethnie in der Schule abschneidet.</p>
<p><em>Und, wird das Konzept der </em><em>„</em><em>Super-Diversity&#8221; von der Politik angenommen?</em></p>
<p>Ehrlich gesagt, ist das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft kein einfaches. Politiker tun sich nicht leicht mit den komplexen Fragestellungen, die wir Wissenschaftler aufwerfen, wofür ich vollstes Verständnis habe. Sie konzentrieren sich vielmehr auf den harten Alltag, das ist ihre Arbeit. Aber ich möchte nochmals betonen: Ohne eine realistische Einschätzung der gesellschaftlichen Gegebenheiten und der Auseinandersetzung mit Konzepten wie „Super-Diversity“ wird eine erfolgreiche Migrationspolitik nicht gelingen.</p>
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		<title>Herkunft als Schicksal</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=274</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 20:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Gesellschaft von morgen]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[„Die Vorstellung zurückzuweisen, dass Herkunft Schicksal sei, darin gründet das Wesen einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft“, so der amerikanische Wissenschaftler David Hollinger. Der Politikwissenschaftler und Migrationsforscher Michael Werz geht einen Schritt weiter und sieht im Umgang einer Gesellschaft mit ihren Einwanderern einen Lackmustest für Demokratie. Denn, nach Werz, gibt Migration Aufschluss darüber, inwiefern eine Gesellschaft pluralistische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Vorstellung zurückzuweisen, dass Herkunft Schicksal sei, darin gründet das Wesen einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft“, so der amerikanische Wissenschaftler <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="David Hollinger" target="_blank">David Hollinger</a>. Der Politikwissenschaftler und Migrationsforscher <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Michael Werz" target="_blank">Michael Werz</a> geht einen Schritt weiter und sieht im Umgang einer Gesellschaft mit ihren Einwanderern einen Lackmustest für Demokratie. Denn, nach Werz, gibt Migration Aufschluss darüber, inwiefern eine Gesellschaft pluralistische und säkulare Anschauungen verinnerlicht und sich auf den Weg ins 21. Jahrhundert gemacht hat oder ob sie weiterhin im 19. Jahrhundert nach Antworten sucht und Herkunft mit Schicksal ineinssetzt.</p>
<p>Inspiriert von diesen Thesen, möchte ich hier die Gretchenfrage stellen: Wie halten wir es denn in Deutschland mit der Herkunft? Ist sie noch Schicksal oder schon Historie?</p>
<p>Die Migrationsforscherin <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Nevim Çil" target="_blank">Nevim Çil</a> hat in ihrem kritischen Beitrag zum Multikulturalismus in Deutschland aufgezeigt, wie dieser sich lediglich darauf beschränkte, Bürgern, entsprechend ihrer Ethnie, einen ganz bestimmten Platz innerhalb der Gesellschaft zuzuweisen: „Es war die Entdeckung der kulinarischen Vielfalt und die Geburtsstunde der Ethnisierung von Menschen mit einem Migrationshintergrund,“ erklärt Nevim Çil. Nationale bzw. ethnische Kriterien bildeten die Distinktionsmerkmale schlechthin: In erster Linie war man „Türke“, „Grieche“, „Italiener“, alles andere war zweitranging oder interessierte nicht. Herkunft  und Schicksal waren somit eng aneinander gekoppelt und bildeten eine untrennbare Einheit.</p>
<p>Wie sieht es heute aus? Deutschland ist in den letzten Jahren zweifellos in migrationspolitischen Fragen auf der Überholspur gefahren. Inzwischen herrscht auch bei uns das Bewusstsein, dass wir in einer Einwanderungsgesellschaft leben, die durch Diversität bestimmt wird. Das heißt: Wir gehen nicht mehr von einem Prototyp des „Türken“, „Griechen“, „Kroaten“ oder des „Deutschen“ aus. Denn wir alle weisen neben unserer Herkunft auch andere Identitätskomponenten auf, die viel stärker als jene „vererbte“ Identität zum Tragen kommen können. Es ist also jedem selbst überlassen, wie er/sie sich innerhalb der deutschen Gesellschaft definieren möchte. Das kann etwa über die politische Gesinnung, die sexuelle Orientierung, dem Glauben oder tatsächlich auch über die ethnische Herkunft  passieren. In dieser Freiheit über die eigene Identität zu bestimmen, gründet das Wesen der modernen, post-multikulturellen Gesellschaft (David Hollinger). Deshalb haben wir auch den Multikulturalismus (mehrere Kulturen nebeneinander) durch das Wort Diversität (viele unterschiedliche Individuen unter einem großen Dach) ausgetauscht oder sprechen gar von Super-Diversity (Steven Vertovec).</p>
<p>Alles schön und gut. Wie sieht es aber in der Praxis aus? Sind wir über jegliche Fragen der Herkunft erhaben? Nicht so ganz, würde ich meinen. Wir sortieren zwar nicht mehr so streng nach Ethnien, doch haben wir in unserem Sprachgebrauch dieses eine etwas umständliche Wort, mit dem wir weiterhin Herkunft markieren: den Migrationshintergrund. Denn was anderes machen wir mit diesem Wort, wenn nicht zwischen „echten“ und „falschen“ Deutschen zu unterscheiden? So fragte sich auch die 20-jährige Konferenzteilnehmerin Lamia Üzal, die bereits in der dritten Generation hier aufwächst, ob denn auch ihre Kinder noch „Personen mit einem Migrationshintergrund“ sein würden.</p>
<p>„Im deutschen Mehrheits-Wir haben Deutsche mit dunklen Haaren kaum Platz“, resümiert Nevim Çil. Denn ungeachtet der Tatsache, ob sich Migranten zu dieser Gesellschaft bekennen und gar deutsche Staatsbürger sind, für einen großen Teil der Gesellschaft bleibt die Kopplung bestimmter Identitätsmuster weiterhin schwer verständlich, so zum Beispiel die Kombination &#8220;deutsch und dunkelhäutig&#8221; bzw. &#8220;deutsch und muslimisch&#8221;.</p>
<p>In den Konferenzpanels war man sich einig: Solange es immer noch auf Differenzen zu einem ethnisch bestimmten Mehrheits-Wir ankommt, drehen wir uns im Kreis und sind weit davon entfernt, eine moderne Einwanderungsgesellschaft zu sein, deren Eigenart es doch ist, Vielfalt zu ertragen.</p>
<p>Mit der Entkoppelung von ethnischer und nationaler Identität tun wir Europäer uns jedoch im Allgemeinen schwer. Das ist keinesfalls nur ein deutsches Problem. Deshalb empfiehlt Michael Werz, ab und zu den Blick über den großen Teich zu wagen und ich die Lektüre seines Artikels im <em>Tagesspiegel</em> vom 3.06.2009: <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/Europa-USA-Kultur;art772,2813184" target="_blank">Was kommt nach Multikulti?</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zitate für die Welt von morgen&#8230;</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=273</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 18:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Transatlantische Dissonanzen zur Rolle der Religion]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.blog.hkw.de/?p=273</guid>
		<description><![CDATA[ &#8230;auf die in dem einen oder anderen Blog-Eintrag etwas vollständiger eingegangen wird:
„Ethnische Herkunft darf nicht zum Schicksal werden“ (David Hollinger)
„The ethnic nation must go, but ethnicity must stay“ (Jorge Gracia)
„Migration ist ein Lackmustest für Demokratie“ (Michael Werz)
„Diversity is the new multi-culturalism“ (Stephen Vertovec)
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> &#8230;auf die in dem einen oder anderen Blog-Eintrag etwas vollständiger eingegangen wird:</p>
<p>„Ethnische Herkunft darf nicht zum Schicksal werden“ (David Hollinger)</p>
<p>„The ethnic nation must go, but ethnicity must stay“ (Jorge Gracia)</p>
<p>„Migration ist ein Lackmustest für Demokratie“ (Michael Werz)</p>
<p>„Diversity is the new multi-culturalism“ (Stephen Vertovec)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Eine Frage der Staatsbürgerschaft</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=272</link>
		<comments>http://www.blog.hkw.de/?p=272#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 15:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Welche Politik braucht die Einwanderungsgesellschaft?]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wahlrecht bildete das Gesprächsthema Nummer 1 unter den deutschen Panelisten, ganz gleich ob es Wissenschaftler, Politiker oder Kulturschaffende waren, die sich zu Wort meldeten. Denn: Wer wählen darf, mischt mit. Allerdings ist aufgefallen, dass für die ausländischen Referenten, etwa aus Australien oder den USA, dieses Thema so gut wie überhaupt nicht zur Debatte stand. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wahlrecht bildete das Gesprächsthema Nummer 1 unter den deutschen Panelisten, ganz gleich ob es Wissenschaftler, Politiker oder Kulturschaffende waren, die sich zu Wort meldeten. Denn: Wer wählen darf, mischt mit. Allerdings ist aufgefallen, dass für die ausländischen Referenten, etwa aus Australien oder den USA, dieses Thema so gut wie überhaupt nicht zur Debatte stand. Das macht eines klar: Deutschland hinkt im internationalen Vergleich hinterher, wenn es um die gesellschaftliche Partizipation und die Bürgerrechte von Einwanderern geht. Was woanders Alltag ist, muss hierzulande noch ausgehandelt werden. Doch worüber wurde ganz konkret debattiert?</p>
<p><a href="http://www.berlin.de/lb/intmig/piening.html" title="Online-Portal der Stadt Berlin, Günter Piening">Günter Piening</a>, der Integrationsbeauftragte der Stadt Berlin – der  übrigens nichts gegen das Wort Integration hat – wies darauf hin, dass es Bezirke gibt, in denen 25 Prozent der Bevölkerung von jeglicher Teilhabe an demokratischen Prozessen ausgeschlossen sind. Menschen, die seit Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, dürfen nicht mitbestimmen, wo etwa in ihrem Kiez eine Kindertagesstätte eingerichtet oder eine Straße gebaut werden soll. Dafür müssen sie entweder EU- oder deutsche Staatsbürger sein. Anders in Frankreich und in den meisten EU-Ländern mit einem hohen Einwandereranteil: Dort ist einzige Forderung für die Teilnahme an Kommunalwahlen ein fester Wohnsitz in der Gemeinde.</p>
<p>Die Journalistin <a href="http://www.textundthema.de/" title="Mely Kiyaks Website">Mely Kiyak</a> stellt wiederum fest, dass Migranten wegen des ihnen verwehrten Wahlrechts auch am kulturellen Leben nicht teilhaben können. Denn in einem Land wie Deutschland, wo Kultur staatlich subventioniert wird, entscheiden die Minister darüber, welche Kulturinstitution bzw. welche Künstler gefördert werden. Da die Wähler jedoch maßgeblich mitbestimmen, wer zum Minister ernannt wird, ist es notwendig deutscher Staatsbürger zu sein, um solche Entscheidungen mitzugestalten. Wozu das führt? Es gibt keine Kulturinstitution, die ein Programm anbieten würde, das auch die Einwanderer in dieser Gesellschaft anspricht. Kultur wird von Deutschen für Deutsche gemacht.</p>
<p>In die Diskussion um die gesellschaftliche Teilhabe brachte sich auch eine Lehrerin aus Neukölln ein. Sie unterrichtet an einer Schule, in der ganz typisch für den Bezirk, über die Hälfte der Schüler und Schülerinnen den berühmt-berüchtigten Migrationshintergrund haben. Eine Umfrage unter ihren Schülern ergab: Die jungen Neuköllner wollen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Dies löste im Panel erneut eine Debatte um das leidige Thema der Integration aus. So wurde darüber gestritten, inwiefern Staatsbürgerschaft ein Gradmesser für Integration sein kann oder weshalb es in Berlin immer noch Schulen gibt, die einen so hohen Migrantenanteil aufweisen. Doch eigentlich finde ich, geht es hier um eine ganz andere Frage: Wie wären die Antworten der Schüler und Schülerinnen denn ausgefallen, wenn sie nicht zwischen zwei Staatsbürgerschaften hätten wählen müssen? Wie hätten sie sich entschieden, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, neben ihrer &#8220;vererbten&#8221; Staatsbürgerschaft auch die deutsche anzunehmen?</p>
<p>Das alles zeigt: In Deutschland ist es an der Zeit, Dinge auf den Tisch zu bringen, die woanders selbstverständlich sind, so etwa die doppelte Staatsbürgerschaft, das Kommunalwahlrecht für alle oder die Öffnung der Kulturinstitutionen. Denn das sind notwendige Grundvoraussetzungen, um eine Gesellschaft des „wir“  zu formulieren, jenseits des in Verruf geratenen Multikulturalismus.</p>
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		<title>Visionen im Retrolook</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 23:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Welche Politik braucht die Einwanderungsgesellschaft?]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Konferenz, die nach dem Zusammenleben in der post-multikulturellen Gesellschaft fragt, wäre nicht vollständig, würde sie nicht auf die politischen Konzepte der Parteien eingehen, mit denen die Zukunft gestaltet werden soll. So werden an diesem Abend „jene zu Wort kommen, die auch morgen noch das politische Geschehen beeinflussen können“. Das HKW hat bei den Parteien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Konferenz, die nach dem Zusammenleben in der post-multikulturellen Gesellschaft fragt, wäre nicht vollständig, würde sie nicht auf die politischen Konzepte der Parteien eingehen, mit denen die Zukunft gestaltet werden soll. So werden an diesem Abend „jene zu Wort kommen, die auch morgen noch das politische Geschehen beeinflussen können“. Das HKW hat bei den Parteien nach jungen Politikern angefragt, die sich intensiv mit Migrationsfragen beschäftigen, um uns einen Einblick in die &#8220;Politik für Übermorgen&#8221; zu geben. Eine höchst anspruchsvolle Aufgabe, insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden Europawahlen (in zwei Tagen) und der Bundestagswahlen (im September).</p>
<p>Drei Dinge fallen gleich als Erstes auf: Die Repräsentanten, die für Migrationspolitik verantwortlich sind, haben alle einen Migrationshintergrund. Die CDU hat aus welchen Gründen auch immer keinen Vertreter zu diesem Gespräch geschickt. Die FDP-Vertreterin <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Profil von Hanaa El-Hussein">Hanaa El-Hussein</a> bekleidet in ihrer Partei das Amt der „Vorsitzenden des Landesfachausschusses für Ausländerpolitik“. Dass es das Wort „Ausländer“ in der BRD überhaupt noch in einem migrationspolitischen Zusammenhang gibt, versetzt mich ja regelrecht in Staunen und ich frage mich, ob Frau El-Hussein nur für die Leute zuständig ist, die aus dem Ausland für ein paar Jahre nach Deutschland kommen oder auch für Einwanderer mit und ohne deutsche Staatsbürgerschaft&#8230;</p>
<p>Durch die gesamte Veranstaltung hindurch habe ich das Gefühl,  ein déjà-vu zu erleben. Da wäre zunächst der inflationäre Gebrauch des Wortes „Integration“ zu nennen, zudem in Verbindung mit Floskeln, die wir in den letzten Jahren schon zu genügend gehört haben: „Erfolgreiche Integration ist keine Einbahnstraße“ (<a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Kurzprofil von Hanaa El-Hussein" target="_blank">Hanaa El-Hussein</a>, FDP), „Bildung ist der Schlüssel zu erfolgreicher Integration“ (<a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Kurzprofil von Raed Saleh" target="_blank">Raed Saleh</a>, SPD), „Sprache ist nicht der Schlüssel der Integration. Viele sprechen deutsch, sind aber nicht integriert“ (<a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Kurzprofil von Evrim Baba" target="_blank">Evrim Baba</a>, Die Linke). Allein <a href="http://www.hkw.de/de/programm2009/beyond_multiculturalism/texte_8/bios_tag_2.php" title="Kurzprofil von Ramona Pop">Ramona Pop</a> von den Grünen zeigt sich etwas visionärer, wenn sie feststellt: „Multikulturell und Integration, das sind Begriffe von gestern“. Allerdings fällt ihr zu morgen nicht mehr ein als das Konzept der „Teilhabe“, welches im migrationspolitischen Diskurs zurzeit Hochkonjunktur erfährt und daher auch nicht mehr ganz so frisch wirkt. Auch finde ich Ramona Pop’s Versuch dieses Konzept anhand des immergleichen Beispiels der Staatsbürgerschaft zu verdeutlichen, nicht wirklich gelungen: „Einbürgerung ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe“. Das wissen wir auch schon! Interessanter wäre es doch zu erfahren, was Frau Pop sich konkret unter gesellschaftlicher Teilhabe vorstellt und wie diese in die Praxis umgesetzt werden könnte? Eingebürgerte Migranten sind nun wirklich keine Rarität, aber ist die Einbürgerung wirklich das Ticket zur Teilhabe oder gibt es auch weitere Hürden und Hindernisse, die überwindet werden müssen? Wie ermöglicht man Einwanderern und deren Nachkommen über das Wahlrecht hinaus, die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben? Hier hätte ich es angebracht gefunden, etwa das Für und Wider einer Quotenpolitik abzuwägen oder auch über die &#8220;Integration&#8221; der Mehrheitsgesellschaft zu sprechen. Solche Aspekte werden aber kaum berücksichtigt.</p>
<p>Stattdessen kreist die Diskussion, deren Stoßrichtung auch maßgeblich vom Publikum bestimmt wird, um Staatsbürgerschaft, Sprache, Schule. Ja, sogar die Zwangsverheiratungen bleiben nicht aus. Die Debatte zu den migrationspolitischen Strategien der Zukunft kommt in einem uns doch sehr bekannten Gewand daher, ohne wirklich etwas Neues zu bieten und verirrt sich zudem in der Sackgasse der Integrationsrhetorik. Das lässt eine etwas verzweifelte Konferenzbesucherin aufschreien, die mit dem Programmheft winkend, darauf aufmerksam macht, dass es doch um Migration und nicht um Integration gehen sollte.</p>
<p>Fazit Nr. 1 lautet folglich: Auch in Zukunft wird es Migration ohne Integration nicht geben.</p>
<p>Fazit Nr. 2: Man merkt, wie schwer es ist, in der Politik wirklich Neues zu wagen, vor allem in Zeiten des Wahlkampfes. Das sticht bei dieser Konferenz um so mehr ins Auge, als zuvor Wissenschaftler das Wort hatten, die mit originellen Ansätzen die gängigen Definitionen von Staat, Nation und Gesellschaft in Frage gestellt haben.</p>
<p>Fazit Nr. 3: Die Wissenschaft ist einen Schritt voraus, die Politik hinkt einen hinterher. Vielleicht sollte man nicht nur darüber nachdenken, wie die unterschiedlichen Kulturen einer Gesellschaft unter ein und dasselbe Dach zu bringen sind. Allem Anschein nach ist es auch notwendig, mehr Schnittstellen zwischen Politik und Wissenschaft zu schaffen. Dann stünden die Chancen nicht schlecht, dass zur Abwechslung auch einmal im Gleichschritt gegangen wird&#8230;</p>
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		<title>Warum gab es in Europa noch nie eine Bürgerrechtsbewegung?</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 22:41:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Evi Chantzi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Welche Politik braucht die Einwanderungsgesellschaft?]]></category>

		<category><![CDATA[Beyond Multiculturalism]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Frage wirft Mark Terkessidis in die Runde, nachdem Kien Ngi-Ha darauf hinweist, dass Obama niemals Präsident der Vereinigten Staaten geworden wäre, hätte es zuvor in Amerika nicht die Black Panthers oder die Civil Rights Movement gegeben. Solche Bewegungen haben die Bevölkerung für institutionalisierten Rassismus sensibilisiert, eine Sache, mit der man sich hierzulande immer noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Frage wirft <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Terkessidis" title="Mark Terkessidis (Wikipedia)" target="_blank">Mark Terkessidis</a> in die Runde, nachdem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kien_Nghi_Ha" title="Kien Ngi-Ha (Wikipedia)" target="_blank">Kien Ngi-Ha</a> darauf hinweist, dass Obama niemals Präsident der Vereinigten Staaten geworden wäre, hätte es zuvor in Amerika nicht die <em>Black Panthers</em> oder die <em>Civil Rights Movement</em> gegeben. Solche Bewegungen haben die Bevölkerung für institutionalisierten Rassismus sensibilisiert, eine Sache, mit der man sich hierzulande immer noch schwer tut, zumal allein das Wort „Rassismus“ auszusprechen, vielerorts noch ein Tabu darstellt. Also könnten wir jetzt schlussfolgern: Wenn Cem Özdemir es niemals zum Bundeskanzler schaffen sollte, dann deshalb, weil es seine und meine Eltern versäumt haben, auf die Straße zu gehen und den strukturellen Rassismus anzuprangern. Was hat sie davon abgehalten?Ein paar Meinungen:</p>
<p>Der Schriftsteller <a href="http://www.literaturfestival.com/bios1_1_6_1367.html" title="Wilfried'N Sondé (Literaturfestival)">Wilfried’N Sondé</a> führt das Ausbleiben einer Bürgerrechtsbewegung in Europa auf die Tatsache zurück, dass hier keine Segregatonspolitik von offizieller Seite betrieben wurde, wie etwa in den Staaten. Natürlich gab und gibt es auch in Europa Rassismus, aber dieser hat niemals das amerikanische Ausmaß erreicht. Ein Großteil der Einwanderer in Frankreich zum Beispiel kam aus den ehemaligen Kolonien und war im Besitz der französischen Staatsbürgerschaft, die ihnen volle Bürgerrechte gewährt hat. Es gab keine Bürgerrechtsbewegungen in Europa, weil die Situation nicht ganz so schlimm war.</p>
<p>Ich persönlich denke: Wenn man einen Vergleich zwischen Deutschland und Amerika ziehen möchte, so darf man nicht vergessen, dass die ersten Einwanderer als sogenannte Gastarbeiter in die BRD kamen. Sprich: Sie wollten nur solange bleiben, bis das Haus in der Heimat steht und dann wieder gehen. Die eingewanderten Minderheiten in der BRD haben immer an diese Utopie der Rückkehr geglaubt. Sie sahen keinen Grund darin, mehr Rechte in einem Land einzufordern, mit dem sie sich sowieso nicht identifiziert haben. Auch hat sich ihr Leben parodoxerweise nicht in diesem provisorischen Hier-und-Jetzt namens Deutschland, sondern in dem fernen Anders-Wo, genannt Heimat, abgespielt. Dort stand das Haus, dort konnte man wählen, dort war man wer. Es gab keine Bürgerrechtsbewegung in Europa, weil viele der Einwanderer die Utopie einer Heimat mit sich trugen.</p>
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		<title>Beyond Multiculturalism? Fragen an die Einwanderungsgesellschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 15:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Internationaler Kongress
Haus der Kulturen der Welt, 4.–6. Juni 2009
… Wie Einwanderung gestalten? Wer ist wir? Was kommt nach dem Multikulturalismus? Was bedeutet Super-Diversität? Ist Solidarität eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? Was für politische Handlungsansätze braucht das Einwanderungsland Deutschland? Was machen die USA anders? Welche Vorstellungen für die Zukunft haben junge und erfahrene Politiker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: bold" class="Apple-style-span">Internationaler Kongress</span><span style="font-weight: bold" class="Apple-style-span"></span><span style="font-weight: bold" class="Apple-style-span"></span></p>
<p><span style="font-weight: bold" class="Apple-style-span">Haus der Kulturen der Welt, 4.–6. Juni 2009</span></p>
<p><span class="Apple-style-span" style="font-style: italic">… Wie Einwanderung gestalten? Wer ist wir? Was kommt nach dem Multikulturalismus? Was bedeutet Super-Diversität? Ist Solidarität eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts? Was für politische Handlungsansätze braucht das Einwanderungsland Deutschland? Was machen die USA anders? Welche Vorstellungen für die Zukunft haben junge und erfahrene Politiker und Politikerinnen, Forscherinnen und Forscher, Expertinnen und Experten aus Brasilien, Australien, Deutschland, Europa, den USA? …</span></p>
<p>Globalisierung versus Nation: die zunehmende Dynamik der globalen Migration stellt nationale Kulturen nachhaltig in Frage. Der Kongress fragt nach aktuellen, zukunftsfähigen Leitbildern für die immer vielfältiger werdenden Einwanderungsgesellschaften der Gegenwart und Zukunft. Das Modell Multikulturalismus, das Menschen nach ihrer Herkunft einordnete und zugleich zu „Fremden“ in derMehrheitsgesellschaft machte, scheint überholt. Was kann ein Theorieansatz wie „Super-Diversity“, der Faktoren wie Migrationswege, den rechtlichen Status, Mehrsprachigkeit, Alter, Bildung und Geschlecht berücksichtigt, leisten? Welcher Handlungsbedarf, welche politischen Notwendigkeitenentstehen? Was bedeutet die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt für Institutionen in Politik und Kultur? Wie wirkt sich die wachsende Diversität auf das Kulturverständnis in Deutschland und Europa aus? Der internationale Kongress diskutiert diese Fragen mit Experten aus Wissenschaft, Kultur und Politik.</p>
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		<title>Mark Naison: Migration and Musical Creativity in Bronx Neighborhoods</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Oct 2007 14:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark Naison</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Global Social and Gender Responsibility]]></category>

		<category><![CDATA[Die Rolle der transatlantischen Wirtschaftsakteure]]></category>

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		<description><![CDATA[For over sixty years, the Bronx has been a place where musical creativity has been stimulated by the migration of peoples from diverse regions of the US and the world, creating working class communities where people from many different cultural traditions lived in close proximity. In the 1940&#8217;s and 1950&#8217;s the migration of African Americans, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>For over sixty years, the Bronx has been a place where musical creativity has been stimulated by the migration of peoples from diverse regions of the US and the world, creating working class communities where people from many different cultural traditions lived in close proximity. In the 1940&#8217;s and 1950&#8217;s the migration of African Americans, Afro Caribbeans and Puerto Ricans into neighborhoods of the Bronx already inhabited by Irish, Italian and Jewish residents created a climate in which jazz, rhythm and blues, and Afro-Cuban music were performed and appreciated not only by people of the ethnic groups among which these forms originated, but by  youth of every background. The result was an explosion of musical creativity, nurtured in clubs and theaters, schools and churches, and the community centers of public housing projects, remarkable for its hybridity.  The Bronx was a place where the greatest Latin bands regularly employed Black musicians, where jazz artists played Latin numbers and employed Latin percussionists, and where doo wop and rhythm and blues singers often created harmonies to Latin and Caribbean rhythms.  But more importantly, many Bronx communities, in the 1950&#8217;s and 1960&#8217;s were places where cultural and musical traditions were shared on a grass roots level.  To be from those neighborhoods, whether you were Black, White or Latino, meant you danced Latin and sang in the urban harmonic style, and had a special appreciation for artists, like the Drifters, Joe Bataan, or Jimmy Castor, who fused the two traditions</p>
<p>When US immigration laws were modified in 1965, the Bronx experienced another wave of migration which would have a profound effect on its role in music history.  In the late 1960&#8217;s, the Bronx experienced it&#8217;s first large direct migration from the Anglophone Caribbean, especially Jamaica. Some of these migrants brought with them Jamaican sound system culture, which when infused with Latin and funk beats then popular in Bronx neighborhoods, produced a cultural movement known as hip hop. The three major dj&#8217;s most responsible for creating hip hop, Kook Herc, Afrika Bambaata, and Grand Master Flash, were all of Carribean ancestry, and their following was always multiethnic, including not only African Americans, Afro-Caribbeans, and Latinos from the Bronx, but whites from the downtown punk scene.  Hip hop was the essence of hybridity, incorporating latin and funk rhythms, African American folk traditions of boasting and toasting, and dance styles which drew from sources as diverse as James Brown stage shows, Asian martial arts films, and Brazilian capoeira,  It is no accident that hip hop has become truly global, as multiethnic, immigrant communities resembling Bronx neighborhoods of the 60&#8217;s and 70&#8217;s can now be found in cities throughout the world</p>
<p>Today, the Bronx is experiencing new waves of migration which are inspiring another explosion of hybrid musical forms.  As immigrants from the Dominican Republic, West Africa, Mexico and South Asia are entering Bronx neighborhoods, they are fusing their indigenous musical forms with what they are hearing on the airwaves and on Bronx streets. The two most popular new groups from the Bronx, Aventura  and Toby Love, have combined Domincan bachata with hip hop and R&amp;B, employing both English and Spanish, to create music which has become popular throughout Latin America as well as  in US cities with large Latin populations. It is only a matter of time before African immigrant musicians, singers and mc&#8217;s, who are already performing at showcases and talents shows all over the city, will achieve comparable success. In Bronx neighborhoods, migration and musical creativity are as closely linked today as they were 60 years ago.</p>
<p>  <a href="http://www.hkw.de/en/programm2007/new_york/veranstaltungen_14292/Veranstaltungsdetail_1_15552.php">More&#8230;</a></p>
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		<title>Download and discuss the lectures</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 21:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter Bartsch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Global Social and Gender Responsibility]]></category>

		<category><![CDATA[Die Rolle der transatlantischen Wirtschaftsakteure]]></category>

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		<description><![CDATA[Download the lectures and discussions here (mp3, about 31 MB). Please send a comment and sys your opinion.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Download the lectures and discussions <a href="http://www.demokratie24.de/podcast/hkw/ramthun-williams.mp3" target="_blank"><strong>here</strong></a> (mp3, about 31 MB). Please send a comment and sys your opinion.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Markt braucht Regeln</title>
		<link>http://www.blog.hkw.de/?p=234</link>
		<comments>http://www.blog.hkw.de/?p=234#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 19:54:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Günter Bartsch</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Die Rolle der transatlantischen Wirtschaftsakteure]]></category>

		<category><![CDATA[Rights and Values in the Transatlantic Transfer]]></category>

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		<description><![CDATA[Fragen aus dem Publikum in der regen Diskussion richten sich vor allem gegen die Auffassungen Ramthuns hinsichtlich der Freiheit der Marktes. Ramthun entgegnet, dass auch er für Regeln sei - für einen gesunden Wettbewerb auf dem Strommarkt zum Beispiel. Auch Menschenrechte gehörten zu diesen Spielregeln. Ihm gehe jedoch um den Grad der Regulierung - etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fragen aus dem Publikum in der regen Diskussion richten sich vor allem gegen die Auffassungen Ramthuns hinsichtlich der Freiheit der Marktes. Ramthun entgegnet, dass auch er für Regeln sei - für einen gesunden Wettbewerb auf dem Strommarkt zum Beispiel. Auch Menschenrechte gehörten zu diesen Spielregeln. Ihm gehe jedoch um den Grad der Regulierung - etwa was CSR betreffe.</p>
<p>Ramthuns diesbezüglicher Vergleich zwischen Fußball (&#8221;Spielregeln&#8221;) und Rugby (&#8221;keine Regeln&#8221;) reizt einen früheren Rugby-Spieler zu einem &#8220;Einwurf&#8221;: Das Spiel sehe &#8220;vielleicht etwas wüst aus&#8221;, sei aber klar geregelt.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2007/09/publikum.jpg" title="publikum.jpg" alt="publikum.jpg" height="205" width="364" /></p>
<p>Williams meint, dass sich Laisser-faire in der Wirtschaft nicht bewährt habe, weil der Markt nicht selbstregulierend sei. Nicht alles sei mit Angebot, Nachfrage und Selbstkorrekturen zu lösen. Deregulierung sei in der Vergangenheit oft Re-Regulierung zugunsten der Unternehmen gewesen.</p>
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